Julian Rüger wird Nachwuchstrainer und Spieler der Floor Fighters

Julian Rüger wird Nachwuchstrainer und Spieler der Floor Fighters

Mittwoch, 28. Juli 2021

Mit der neuen Saison 2021/2022 wird mit Julian Rüger ein deutscher Nationalspieler die Reihen unserer Floor Fighters verstärken. Dabei wird Julian in der kommenden Saison zum einen für unser Bundesligateam auflaufen und zum zweiten als erster hauptamtlicher Mitarbeiter in der Geschichte der Floor Fighters die Verantwortung für unseren Nachwuchsbereich übernehmen.

In seiner neuen Funktion als hauptamtlicher Trainer wird Julian, neben der Betreuung bestimmter Nachwuchsteams, in intensiver Zusammenarbeit mit unseren ehrenamtlichen Trainern das Nachwuchskonzept des Vereins weiterentwickeln und damit die Nachwuchsarbeit und Talentförderung am Landesstützpunkt Chemnitz auf das nächste Level heben. Darüber hinaus wird er viele weitere Aufgaben im und um den Nachwuchs übernehmen. Das betrifft unter anderem Bereiche wie Organisation, Ausbildung, Events, Akquise, Kooperationen, Kommunikation und vieles mehr.

Dazu bringt Julian neben seiner langen aktiven Floorballlaufbahn auch jede Menge Floorball-Erfahrung außerhalb der Bande mit. So trainierte der sympathische Münchner bereits Nachwuchsteams aller Altersklassen, coachte aber auch Landeskader sowie Herrenteams und bildete Trainer aus. Daneben war das Gründungsmitglied von Stern München auch in verschiedenen Vereins- und Verbandspositionen tätig. Nach seinen Auslandsspielzeiten in der Schweiz und zuletzt in Lettland kehrt der Floorball-Enthusiast Julian Rüger nun nach Deutschland zurück, wo er gerade die Masterarbeit für sein Studium im Sportbusiness Management abschließt, um sich dann voll auf unsere Floor Fighters zu konzentrieren.

Damit Ihr vorab schon etwas mehr über unserem zukünftigen Spieler und Nachwuchstrainer Julian Rüger erfahrt, haben wir mit ihm das nachfolgende Interview geführt:

Hi Julian! Du wirst unser 1. hauptamtlicher Nachwuchstrainer im Verein, herzlich willkommen bei den Floor Fighters Chemnitz!

Hallo zusammen! Vielen Dank, ich freue mich sehr auf diese Aufgabe!

Wie geht es dir und was steht bei dir in diesem Sommer noch an, bevor du im August nach Chemnitz ziehen wirst?

Soweit geht‘s mir gut! Ich bin jetzt seit Ende Juni aus Lettland/ Schweiz zurück und bin momentan noch bei meiner Familie in München. Hier gibt’s auf jeden Fall einiges zu tun. Ich beende in den nächsten Wochen noch meinen Masterstudiengang in Sportbusiness Management, das heißt momentan bin ich einfach noch viel am Lernen und Hausarbeiten schreiben. Parallel organisiere ich natürlich auch meinen Umzug und bin dann Ende Juli / Anfang August nochmal zwei Wochen in der Schweiz zum Arbeiten.

Auch, wenn du in der Floorballszene sehr bekannt bist, möchten wir noch etwas mehr über deine Person erfahren. Was macht den Typ Julian Rüger aus?

Ich würde sagen, meine größten Stärken sind Konstruktivität und Zielstrebigkeit. Ich versuche, immer aus den Situationen, die sich mir stellen, das Beste herauszuholen. Im Teamsport sind das natürlich auch wichtige Faktoren. Ansonsten würde ich meinen Charakter als eher ruhig (abgesehen davon, wenn ich auf dem Feld stehe), emphatisch und tolerant beschreiben, auch geprägt durch meinen bisherigen, doch auch sehr internationalen und interkulturellen Werdegang. Ich habe nach meinem Abi einen körperbehinderten Sportstudenten nach Australien begleitet, danach war ich noch 6 Monate reisen, inzwischen war ich in fast 50 Ländern. Nach meiner Rückkehr nach München habe ich Bauingenieurwesen studiert und mich danach für einen Wechsel in die Schweiz entschieden. Nach einem Jahr im Unihockey- und Berufsleben in der Schweiz habe ich mich dann dazu entschlossen, die Sparte zu wechseln und einen Master im Sportbereich zu machen. Nebenher habe ich meine eigene GmbH als Dienstleister für Sportvereine gegründet. Teams trainiert habe ich eigentlich auch immer. Also, da sind schon viele Situationen mit dabei gewesen, die bei mir viel Empathie, Toleranz und Akzeptanz ausgebildet haben.

Als Ur-Münchner mit deinen wohl wichtigsten Floorballstationen in Kaufering, dann 3 Jahre in der Schweiz und zuletzt mit kurzem Gastspiel in Lettland wechselst du in diesem Sommer nach Chemnitz. Was hat den Ausschlag dafür gegeben, dass du dich letztendlich für die Stelle in Chemnitz und gegen eine weitere Spielzeit in der Schweiz entschieden hast?

Ich hatte mir eigentlich schon einen Wechsel zu einem anderen Verein in der Schweiz organisiert, zusammen mit Moritz Leonhardt aus München/ Kaufering, der ein sehr guter Freund von mir ist. Einen Tag, nachdem ich mir eine neue Wohnung in St. Gallen fix gemacht hatte, rief dann Sascha an. Und das Angebot, mich Vollzeit mit Floorball zu beschäftigen, konnte ich mir nicht entgehen lassen. Ich habe genau darauf hingearbeitet, dass ich einmal eine solche Stelle in einem Verein besetzen kann, dass das jetzt so gut geklappt hat, hat mich natürlich sehr gefreut. Auch, dass sich die Trainertätigkeit eben mit der spielerischen Tätigkeit ergänzen lässt.

Was werden deine ersten Schritte als Nachwuchstrainer unserer Floor Fighters sein?

Zuallererst muss ich evaluieren, wie der Status Quo ist und alle Abläufe kennenlernen. Danach kann ich mehr sagen. Aber sicherlich werde ich schnell versuchen, meine Expertise aus den letzten Jahren an die anderen Trainer weiterzugeben, beispielsweise habe ich sehr viel Material von der schweizerischen Trainerausbildung und durch ein paar Projekte mit meiner Firma Videomaterial mit sehr interessanten Unihockey-Charakteren.

Wo siehst du persönlich die Hauptaufgaben eines Vollzeitnachwuchstrainers im deutschen Floorball bzw. bei den Floor Fighters?

In einem Sportverein, wo alles auf Ehrenamt basiert, sehe ich zum einen als eine wichtige Aufgabe an, die anderen TrainerInnen und FunktionärInnen möglichst gut zu entlasten. Wie das im Detail dann aussehen wird, kann ich noch nicht sagen, aber als sportliche Stütze soll der Mehrwert im ganzen Verein geschaffen werden und nicht bei einzelnen Teams. Zum anderen ist das natürlich ein Schritt in Richtung Professionalisierung und diese Professionalisierung will ich an die Juniorenspieler tragen.

Was sind deine wichtigsten Erfahrungen aus deinem bisherigen Floorballleben und wie wirst du versuchen, diese bei uns im Verein einzubringen?

Es gibt natürlich sehr viele emotionale Erlebnisse aus meiner Spielerlaufbahn, der WFC in Prag, der Vize-Pokalsieg und der dritte Platz mit den Red Hocks, die ersten Spiele in der Schweiz, und und und…

Grundsätzlich habe ich einfach, dadurch, dass ich jetzt schon sehr viele verschiedene Trainer hatte, bzw. umgekehrt als Trainer viele verschiedene Teams verantwortet habe, jeweils auf verschiedensten Ebenen und verschiedenen Altersstufen, verstanden, dass Konstruktivität, Respekt und eine gesunde Fehlerkultur sehr wichtige Dinge im Teamsport sind. Taktisch habe ich natürlich auch sehr viel gelernt, was ich direkt weitergeben kann.

Neben deiner Anstellung im Verein wirst du auch unser Bundesligateam verstärken. Mit welchem Spielertyp können unsere Fighters rechnen?

Ich bin ein flexibel einsetzbarer Spieler. Ich habe jahrelang Flügel gespielt und zuletzt meist Verteidiger. Ich spiele gerne körperbetont, aber wer macht das nicht im Floorball. Ich bin schussstark und spiele gerne mit viel taktischen Elementen. Ich bin eben kein technischer Messi, deswegen versuche ich grundsätzlich auf Freestyle zu verzichten ?

Sicherlich hast du während deiner Auslandaufenthalte auch die deutsche Floorball-Bundesliga verfolgt. Außerdem kennst du ja viele Spieler durch die Nationalmannschaft. Mit welchen Mannschaften ist nächste Saison zu rechnen und welche Rolle möchtest du mit den Floor Fighters spielen?

Also oben stehen sicherlich wieder Weißenfels und MFBC, die schienen mir schon sehr stabil in den vergangenen Jahren. Holzbüttgen wird auch oben mitspielen, sie haben jetzt mit Tim Hidskes einen in meinen Augen sehr interessanten neuen Coach. Ich denke, wir können diesen drei Teams schon auf die Pelle rücken. Knapp dahinter sehe ich dann Schriesheim und Bonn eventuell auch Hamburg, wenn sie den Abgang von Flemming verkraften können. Und in den Playoffs ist dann alles möglich. Ich hoffe einfach, dass der Playoff-Modus noch geändert wird, Playoffs mit 4 Teams ist meiner Meinung nach ein ganz, ganz großer Rückschritt im internationalen Vergleich, ich halte das für eine absolut untragbare Entscheidung.

Auch in der deutschen Herren-Nationalmannschaft zählst du zu den erfahrenen Spielern. Wie ist die Stimmung im Team und die Perspektive für die bevorstehende WM?

Die Stimmung ist sehr gut. Der neue Staff bringt eine enorme Dynamik mit. Da sieht man schon mal, was alles möglich ist, wenn man Vollzeittrainer einstellt. Es ist einfach schwer einzuschätzen, wie die Situation in den anderen Teams ist, aber ich habe jetzt die Erfahrung gemacht, dass Deutschland doch immer On-Point in Form ist, insofern sollte man sich sicherlich den fünften Platz zum Ziel machen.

Was sind deine persönlichen Ziele für die kommenden Jahre?

Als Spieler: WFC in Helsinki und der WFC in der Schweiz. Dazu wäre eine deutsche Meisterschaft ganz geil ?

Sonst will ich die Jugend in Chemnitz möglichst gut entwickeln und nachhaltige Strukturen aufbauen. Auch als Trainer sind Titel immer schön! Ich werde demnächst noch in einer „Strategy-Task-Force“ der IFF sein und bin ja noch in der Fit4Future-Gruppe von FD. Ich will den Floorballsport im gesamten möglichst gut weiterentwickeln, da steckt so viel Potenzial.

Danke Julian und alles Gute für deine bevorstehenden Aufgaben.

MaZi

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